Die Waschmaschine zählt zu den oft übersehenen Stromverbrauchern im Haushalt. Zwar nimmt sie unter den Geräten nur einen kleinen Anteil ein, auf der jährlichen Stromabrechnung macht sie sich dennoch bemerkbar. Mit wenigen Anpassungen bei Zeitpunkt und Programm lassen sich die Ausgaben spürbar senken – ohne dass die Wäsche weniger frisch wird.
Warum die Uhrzeit beim Wäschewaschen entscheidend ist
Strom kostet nicht zu jeder Tageszeit gleich viel. Energieversorger unterscheiden zwischen Phasen hoher Nachfrage und Zeiträumen, in denen wesentlich weniger Energie benötigt wird. Wenn viele Menschen gleichzeitig kochen, waschen, trocknen und Geräte laden, steigt die Belastung des Netzes – und damit häufig auch der Preis.
Nach Einschätzung von Energieexperten entfallen durchschnittlich etwa sechs Prozent des gesamten Stromverbrauchs eines Haushalts auf die Waschmaschine. Bei Familien mit Kindern oder Personen mit viel Sportkleidung kann dieser Anteil noch größer ausfallen. Wer an den passenden Stellschrauben ansetzt, merkt die Ersparnis am Jahresende unmittelbar im Geldbeutel.
Der Trick liegt weniger in teurer Technik – sondern vor allem darin, wann und wie die Maschine läuft.
Diese Uhrzeit lässt die Stromrechnung steigen
Am ungünstigsten ist es, die Waschmaschine am frühen Abend einzuschalten. Etwa zwischen 18 Uhr und 22 Uhr erreicht der Strombedarf seinen Höchststand: Viele Menschen kommen heim, kochen, starten Spülmaschine und Waschmaschine, laden Smartphone und Laptop und häufig auch noch das E‑Auto.
In diesem Zeitraum greifen zahlreiche Tarife auf die teurere Preisstufe zurück. Wer dann wäscht, bezahlt je Kilowattstunde meist mehr, oft ohne es bewusst wahrzunehmen. Zusätzlich müssen bei besonders hoher Nachfrage im Hintergrund weitere Kraftwerke zugeschaltet werden, die weniger effizient arbeiten.
In dicht besiedelten Regionen kommt ein weiterer Faktor hinzu: Abends laufen nicht nur zahlreiche Waschmaschinen, sondern auch viele Wäschetrockner. Dadurch verstärkt sich die Lastspitze im Stromnetz. Wer die Maschine genau dann startet, handelt also gegen den Gedanken des Energiesparens.
Was bedeutet das im Alltag?
Wer die Waschmaschine regelmäßig während der Hauptverbrauchszeit nutzt, zahlt für jede Ladung mehr als notwendig. Besonders deutlich betrifft das Verträge mit Tarifmodellen, die teure und günstige Zeitfenster unterscheiden. Doch auch bei vielen Standardtarifen wirken sich Netzbelastung und Einkaufspreise indirekt aus.
Faustregel: Läuft die Maschine zur typischen Feierabendzeit, wird es in der Stromabrechnung merkbar teurer.
Günstige Stunden: Wann sich die Waschmaschine besonders lohnt
In den späten Abendstunden und am frühen Morgen ist die Situation deutlich entspannter. Bei vielen Verträgen gelten ungefähr zwischen 22 Uhr und 6 Uhr niedrigere Preise, weil der Strombedarf dann geringer ist. Pendler sind unterwegs, viele Lichter bleiben aus, Büros und Geschäfte haben geschlossen – das Netz wird entlastet.
Wer die Waschmaschine in diesen Zeitraum verlegt, profitiert auf zwei Arten: Der Preis pro Kilowattstunde kann niedriger sein, zugleich wird das Stromnetz gleichmäßiger ausgelastet. Das trägt dazu bei, kostspielige Spitzen zu vermeiden und die gesamte Infrastruktur zu entlasten.
- Start zwischen 22 Uhr und Mitternacht: ideal für kürzere Programme
- Start nach Mitternacht: gut geeignet für Eco-Programme mit längerer Laufzeit
- Start in den frühen Morgenstunden: sinnvoll, wenn die Wäsche vor der Arbeit fertig sein soll
Viele moderne Geräte besitzen eine Startzeitvorwahl oder Timer-Funktion. So lässt sich der Waschbeginn unkompliziert festlegen: Wäsche einfüllen, Programm auswählen, Start verzögern – und die Maschine beginnt automatisch zur günstigeren Zeit.
Spezielle Tarife: Wann sich das besonders auszahlt
Verträge mit zeitabhängigen Preisen, oft als „Tag-Nacht-Tarif“ oder ähnlich bezeichnet, machen das Waschen außerhalb der Hauptzeiten besonders interessant. Haushalte mit einem solchen Tarif können je nach Region pro Waschladung einige Cent bis zu einem zweistelligen Centbetrag sparen.
Wer einen solchen Vertrag nutzt oder einen Abschluss erwägt, sollte die festgelegten Zeitfenster genau kontrollieren. In einigen Regionen starten die günstigen Stunden früher oder laufen später aus. Meist genügt ein Blick in die Vertragsunterlagen oder die App des Energieversorgers, um Klarheit zu schaffen.
Eco-Programm der Waschmaschine: länger waschen, weniger zahlen
Die Uhrzeit ist der erste Ansatzpunkt, das gewählte Programm der zweite. Fast alle neueren Waschmaschinen verfügen über einen Eco-Modus. Dieser ist darauf ausgelegt, weniger Energie zu benötigen – auch wenn die Laufzeit zunächst etwas länger erscheint.
Den größten Anteil am Stromverbrauch beim Waschen hat das Erwärmen des Wassers. Niedrigere Temperaturen reduzieren diesen Energiebedarf erheblich. Ein Eco-Programm arbeitet meist mit Temperaturen unter 40 Grad und verwendet längere Einweich- und Spülphasen, damit sich Verschmutzungen schonend lösen.
Für normal verschmutzte Alltagskleidung reicht ein Waschgang bei 30 oder 40 Grad in der Regel völlig aus.
Viele Verbraucher wählen aus Gewohnheit weiterhin 60-Grad-Programme, obwohl diese häufig nicht erforderlich sind. Wer stattdessen Eco nutzt, senkt den Energiebedarf pro Waschgang deutlich und schont zugleich Farben und Textilien. Stoffe leiern weniger aus, Drucke bleiben länger lesbar und Lieblingsstücke überstehen mehr Waschgänge.
Wann höhere Temperaturen sinnvoll sind
Vollständig auf höhere Temperaturen zu verzichten, ist dennoch keine gute Lösung. Bettwäsche, Handtücher und Wäsche von kranken Personen sollten regelmäßig bei 60 Grad gewaschen werden, um Keime zuverlässig zu verringern. Auch dabei lässt sich sparen, wenn mehrere dieser Textilien gesammelt und in einer voll beladenen Maschine gewaschen werden.
Wartung und Beladung: Häufig unterschätzte Stromfallen
Selbst die günstigste Uhrzeit und das effizienteste Programm bringen wenig, wenn die Waschmaschine schlecht gewartet oder falsch beladen wird. Mit der Zeit können Flusensiebe, Schläuche und Dichtungen verschmutzen. Kalkablagerungen und Waschmittelreste sorgen dafür, dass das Gerät stärker arbeiten muss – und dadurch mehr Strom verbraucht.
- Flusensieb regelmäßig säubern
- Einmal monatlich einen heißen Leerlauf mit Maschinenreiniger oder Essigreiniger durchführen
- Dichtungen und Gummiränder von Schmutz sowie Waschmittelrückständen befreien
- Waschmittel entsprechend Dosieranleitung und Wasserhärte einsetzen
Auch die Beladung ist entscheidend. Eine halb leere Trommel verbraucht unnötig Energie und Wasser. Eine dauerhaft überladene Maschine verlängert hingegen die Laufzeit, beansprucht den Motor und kann das Waschergebnis verschlechtern. Als Faustregel vieler Hersteller gilt: Zwischen Wäsche und oberem Trommelrand sollte noch etwa eine Handbreit Platz bleiben.
Waschmaschine, Trockner und weitere Geräte sinnvoll kombinieren
Wer noch mehr sparen möchte, sollte nicht nur die Waschmaschine betrachten, sondern sämtliche großen Stromverbraucher im Haushalt. Wenn gleichzeitig ein Wäschetrockner, der Backofen und möglicherweise ein Heizlüfter laufen, steigt die Belastung am eigenen Anschluss schnell an.
Eine grobe Reihenfolge zu planen, kann sich lohnen: Zunächst läuft die Waschmaschine nachts oder früh am Morgen, der Trockner startet anschließend zeitlich leicht versetzt. Wer Balkon oder Garten nutzen kann, ersetzt den Trockner an vielen Tagen vollständig und lässt die Wäsche an der Luft trocknen – das spart zusätzlich deutlich Strom.
Wie deutlich sich die Einsparungen bemerkbar machen
Ein durchschnittlicher Haushalt kommt überschlägig schnell auf 150 bis 200 Waschgänge im Jahr. Kostet jeder Waschgang durch günstigere Uhrzeiten, Eco-Programme und bessere Wartung nur einige Cent weniger, entsteht über das Jahr hinweg ein merklicher Betrag.
Dazu kommt ein Effekt, der oft erst beim zweiten Hinsehen auffällt: Werden die Stromnetze zu Spitzenzeiten entlastet, sinkt der Druck auf kostspielige Ausbauten und sogenannte Spitzenlastkraftwerke. Wer die Waschmaschine gezielt außerhalb der Hauptzeiten betreibt, trägt damit im Kleinen dazu bei, das gesamte System stabiler und effizienter zu gestalten.
Für Haushalte mit Smart Meter oder einer App des Energieversorgers wird dies besonders sichtbar. Dort lässt sich meist genau nachvollziehen, wie sich ein anderer Waschzeitpunkt auf den täglichen Stromverbrauch auswirkt. Wer sein Verhalten einige Wochen konsequent anpasst, erkennt die Veränderungen häufig klar in der Verbrauchskurve.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen