Eine Frontlader-Waschmaschine aus Großbritannien mit anhaltendem Modergeruch wurde zum Prüfobjekt: Die bekannten Spezialreiniger Dettol Washing Machine Cleaner und Dr Beckmann Service-it wurden direkt miteinander verglichen. Getestet wurde jeweils in derselben Maschine, im identischen 60-Grad-Programm und ohne Wäsche. Entscheidend war, welches Produkt den Geruch tatsächlich entfernt statt nur sichtbare Verschmutzungen zu beseitigen.
Weshalb eine scheinbar saubere Waschmaschine unangenehm riechen kann
Von außen wirken zahlreiche Waschmaschinen vollkommen unauffällig. Die Trommel ist glänzend, das Bullauge sauber – dennoch können frisch gewaschene Textilien einen leicht modrigen Geruch haben. Genau dieses Problem zeigte sich bei der getesteten Maschine in Großbritannien.
Die Ursache liegt meist nicht an den direkt sichtbaren Stellen, sondern in verborgenen Bereichen:
- im Waschmittelfach
- in der Türdichtung aus Gummi
- hinter der Trommel sowie in den Schläuchen
- in Falten und schmalen Zwischenräumen, in denen Wasser zurückbleibt
Feuchtigkeit, Waschmittelrückstände und niedrige Temperaturen schaffen günstige Bedingungen für Bakterien, Schimmelsporen und Biofilm. Viele Haushalte versuchen es zunächst mit Hausmitteln wie Soda-Kristallen oder einem gelegentlichen Leerlauf bei 90 Grad. Bei der getesteten Maschine reichten diese Maßnahmen jedoch nicht mehr aus: Nach jedem Waschgang kam der Geruch wieder.
Auch wenn die Trommel blitzblank wirkt, können sich dahinter dicke Schichten aus Waschmittel, Biofilm und Kalk verbergen – und genau dort entsteht der Gestank.
Dettol gegen Dr Beckmann: Die Reinigungsmittel im direkten Vergleich
Zum Vergleich standen zwei Produkte bereit, die in britischen Supermärkten weit verbreitet sind und im deutschsprachigen Raum in ähnlicher Ausführung erhältlich sind:
| Produkt | Form | Ziel | Preis im Testland |
|---|---|---|---|
| Dettol Washing Machine Cleaner | Flüssig, parfümiert | Oberflächen, Bakterien, Geruch, Kalk | ca. £2,99 |
| Dr Beckmann Service-it Deep Clean | Pulver | Tiefe Ablagerungen, Kalk, Bakterien, Pilze | ca. £2,19 |
Beide Hersteller geben an, bis zu 99,9 Prozent der Keime zu entfernen und einen frischen Duft zu hinterlassen. Empfohlen wird eine sogenannte Wartungswäsche ungefähr alle zwei Monate – besonders bei häufigen Waschgängen bei 30 oder 40 Grad.
Dettol im ersten Testdurchlauf
Den Anfang machte Dettol. Um sämtliche leicht zugänglichen Bereiche intensiv zu reinigen, wurde der Flüssigreiniger zunächst etwas anders eingesetzt als auf der Flasche beschrieben.
Dettol zur manuellen Vorreinigung
Ein Esslöffel des flüssigen Reinigers wurde mit ungefähr 200 Milliliter heißem Wasser vermischt. Anschließend reinigte und schrubbte man mit der Lösung:
- das gesamte Waschmittelfach
- die Türglasscheibe
- die graue Gummidichtung
An diesen Flächen waren typische Rückstände vorhanden: getrocknete Waschmittelreste, Seifenränder und kleine dunkle Schimmelspuren in der Falte der Gummidichtung.
Das Resultat war sichtbar: Die Schublade erschien wesentlich heller, und Gummidichtung sowie Glas waren von erkennbaren Verschmutzungen befreit. Auch der Belag ließ sich problemlos lösen. Auf offen zugänglichen Flächen lieferte Dettol somit eine überzeugende Reinigungswirkung.
Wartungswaschgang mit Dettol
Danach wurde der verbliebene Reiniger in das Fach gegeben und die leere Maschine bei 60 Grad betrieben. Dieser Waschgang soll Schläuche, Trommel und verdeckte Zonen durchspülen sowie desinfizieren.
Nach Abschluss des Programms glänzte das Trommelinnere stärker, was auf gelöste Ablagerungen hindeutete. Beim Öffnen der Tür war allerdings weiterhin ein schwerer, muffiger Geruch festzustellen. Er war weniger intensiv, doch die eigentliche Ursache bestand weiter.
Dettol brachte die sichtbaren Flächen zum Strahlen, scheiterte in diesem Härtetest aber an der tief sitzenden Geruchsquelle hinter der Trommel.
Dr Beckmann Service-it gegen versteckte Rückstände
Beim zweiten Durchlauf waren die Voraussetzungen verändert: Dettol hatte Waschmittelschublade, Glas und Gummidichtung bereits gereinigt. Dr Beckmann sollte nun ohne zusätzliches manuelles Schrubben zeigen, welche Wirkung im Maschineninneren erreicht wird.
Anwendung nach Packungsanleitung
Der gesamte Pulverbeutel wurde in das Waschmittelfach gefüllt. Obwohl laut Verpackung eine Temperatur ab 40 Grad genügt, lief erneut derselbe Leerlauf bei 60 Grad. So blieben die Bedingungen für den Vergleich gleich. Weitere Reiniger oder Duftzusätze wurden nicht verwendet.
Im Mittelpunkt standen dabei insbesondere:
- Ablagerungen auf der Rückseite der Trommel
- Kalk und Biofilm in den Schläuchen
- organische Rückstände an den Heizelementen
- Bakterien und Pilze in unzureichend gespülten Bereichen
Geruchstest nach Dr Beckmann
Nach Programmende folgte der entscheidende Test: Beim Öffnen der Tür war kein modriger Geruch mehr wahrnehmbar. Stattdessen blieb lediglich ein leichter blumiger Duft. Noch wichtiger war, dass auch spätere Waschgänge mit Handtüchern nicht mehr den früheren „Kellergeruch“ entwickelten.
Der Test zeigte: Der Pulverreiniger veränderte das Innere der Maschine so, dass spätere Waschgänge nicht mehr nach feuchtem Keller rochen.
Die Tiefenreinigung von Dr Beckmann richtet sich genau auf diese Bereiche: Kalk und Schmutzschichten werden entfernt, Bakterien und Pilze bekämpft und die Energieeffizienz durch sauberere Heizelemente verbessert. Im konkreten Vergleich kostete das Produkt weniger und erwies sich zugleich als wirksamer gegen den hartnäckigen Geruch.
Bedeutung des Waschmaschinen-Tests für Haushalte im deutschsprachigen Raum
Obwohl dieser Härtetest in Großbritannien durchgeführt wurde, gelten die Ursachen überall: Moderne Maschinen werden häufig mit Kurzprogrammen und niedrigen Temperaturen genutzt, während viele Menschen Flüssigwaschmittel verwenden. Beides begünstigt die Bildung von Rückständen.
- Flüssigwaschmittel können leichter schmierige Ablagerungen hinterlassen.
- Kurzprogramme spülen weniger intensiv.
- Kalte Waschgänge beseitigen Keime kaum.
- Tür und Waschmittelschublade werden häufig geschlossen gehalten, sodass Feuchtigkeit nicht entweichen kann.
Wer ausschließlich auf die Trommel schaut, erkennt das Problem daher oft nicht. Der unangenehme Geruch entsteht meist dort, wo man ihn bei einer normalen Kontrolle nicht sieht.
Praktische Tipps für die dauerhafte Pflege der Waschmaschine
Regelmäßige Basispflege
Eine einmalige Tiefenreinigung kann viel bewirken, löst das Problem jedoch nicht dauerhaft. Feste Pflegeroutinen sind deshalb sinnvoll:
- Einmal monatlich ein 60- oder 90-Grad-Programm mit Pulverwaschmittel durchführen.
- Nach jedem Waschgang Tür und Waschmittelfach einen Spalt geöffnet lassen.
- Die Gummidichtung regelmäßig mit einem Tuch säubern und trocknen.
- Das Flusensieb abhängig von der Nutzung alle paar Wochen reinigen.
Inzwischen weisen viele Hersteller in ihren Bedienungsanleitungen ausdrücklich auf eine Wartungswäsche hin. Wer diese Empfehlung übergeht, riskiert neben Gerüchen langfristig auch höhere Kosten durch Kalk und verstopfte Schläuche.
In welchen Fällen ein Spezialreiniger sinnvoll ist
Ein Spezialreiniger wie die Produkte aus diesem Vergleich bietet sich bei typischen Problemfällen an:
- dauerhaftem Modergeruch trotz heißer Leerläufe
- sichtbaren schwarzen Punkten in der Gummidichtung
- bräunlichen Schmierfilmen im Waschmittelfach
- Haushalten mit vielen Schnellwäschen bei 30 Grad
- Gegenden mit sehr hartem Wasser und starken Kalkablagerungen
Bei intensiver Nutzung der Maschine – beispielsweise in Familien mit mehreren Waschladungen pro Tag – ist eine Tiefenreinigung im Abstand von zwei Monaten besonders vorteilhaft.
Risiken, verbreitete Irrtümer und technische Ursachen
Viele Menschen reagieren zunächst mit zusätzlichen Duftstoffen, etwa Weichspüler, Parfüm-Perlen oder stark parfümierten Pods. Damit wird der Geruch zwar kurzfristig überdeckt, die Ursache bleibt jedoch bestehen. Im ungünstigsten Fall nehmen die Ablagerungen sogar zu, weil zusätzliche Rückstände im System verbleiben.
Ein technischer Aspekt: Auf Heizelementen entstehen mit der Zeit Kalkschichten, die sich mit Fett und Waschmittel vermischen. Darauf können sich Bakterien ansiedeln. Die Maschine benötigt dann mehr Energie zum Erhitzen des Wassers, während organische Rückstände beim Erwärmen Gerüche verursachen können. Reiniger, die sowohl Kalk als auch Biofilm lösen, bieten deshalb zwei Vorteile: weniger Geruch und auf lange Sicht einen niedrigeren Stromverbrauch.
Menschen mit sehr empfindlicher Haut sollten nach dem Einsatz eines starken Reinigers einen kurzen Spülgang durchführen oder zunächst alte Handtücher waschen. Dadurch werden mögliche Reste aus der Maschine gespült, bevor wieder Kinderkleidung oder Wäsche für Allergiker hineingegeben wird.
Der Vergleich aus Großbritannien macht vor allem Folgendes deutlich: Sichtbare Verschmutzungen an Tür und Schublade lassen sich oft mit einem flüssigen Reiniger und etwas manueller Arbeit entfernen. Bei über Jahre aufgebautem Geruch hinter der Trommel, in den Schläuchen und auf den Heizelementen ist dagegen ein Produkt nötig, das diese verborgenen Schichten gezielt angeht – im Test war dies eindeutig der Pulverreiniger.
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